Das Ende des Traums von Rojava?

„Das Ende des Traums von Rojava“ titelten Zeitungen im Frühling 2026 nach dem Angriff der syrischen Armee auf die kurdisch dominierten, selbstverwalteten Gebiete im Nordosten Syriens.

Das in der Region einzigartige, linksprogressive und stark auf Menschen- und Frauenrechte ausgerichtete politische Projekt schien gescheitert. Die politische Eigenständigkeit der Kurd*innen stand vor dem Aus.

Die Karawane der Menschlichkeit unterstützt unsere Freund*innen in Rojava bereits seit Jahren. Während des Angriffs haben wir Geld geschickt, mit dem unsere Partnerorganisationen vor Ort sofortige Lebensmittelverteilungen für die am härtesten betroffenen Menschen organisieren konnten. Vor allem in der belagerten Stadt Kobane war die Lage katastrophal.

Nach dem Abflauen der Kämpfe, die mehr als 100.000 Menschen zur Flucht gezwungen haben, machte sich Karawani Rainer mit einem Hilfsgütertransport auf den Weg, um die Not zumindest ein wenig abzumildern.

Zwischen Verzweiflung und Angst

Die Verzweiflung über das Scheitern des Traums von einem demokratischen, säkularen Rojava war überall zu spüren. Gleichzeitig herrscht große Angst darüber, wie die Integration in den syrischen Staat funktionieren soll – und ob es zu einem weiteren Krieg kommen wird.
Zu unvereinbar scheinen die Positionen der islamistisch geprägten Regierung in Damaskus und der Menschen in Rojava. Besonders Frauen und religiöse Minderheiten fürchten, ihre hart erkämpften Rechte wieder zu verlieren.

Rainer hat die Situation vor Ort erlebt und mit unseren Partner*innen gesprochen. Der Hilfsgütertransport konnte konkrete Unterstützung bringen. Doch die Fragen, die die Menschen in Rojava beschäftigen, gehen weit darüber hinaus.

Wie kann ein Zusammenleben im neuen Syrien aussehen? Was wird aus den politischen und gesellschaftlichen Errungenschaften der vergangenen Jahre? Und können die Menschen ihre hart erkämpften Rechte bewahren?

Wir nehmen euch in den nächsten Tagen mit nach Rojava und erzählen, wie Rainer die Situation vor ort erlebt hat und was unsere Partner*innen vor Ort jetzt brauchen.

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