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Hilfe für Waisenkinder im Libanon

Die Situation im Land

Brennpunkt Libanon: Die fürchterliche Explosion im August 2020 hat nicht nur einen Teil der Stadt Beirut zerstört und Tausende Menschen bis heute obdachlos gemacht, sondern auch eine andauernde Regierungskrise mit sich gebracht. Daraus entstand eine massive Versorgungsnot, es mangelt an Nahrungsmitteln, Benzin, Strom, Medikamenten und vielem mehr. Mancherorts gibt es keinen Zugang zu Wasser.

Neben der Krise der Regierung und dem Versorgungsnotstand fanden im Libanon – aufgrund der geografischen Lage zwischen Syrien und Israel – über 1,5 Millionen SyrerInnen Zuflucht. Zusätzlich befinden sich ca. 500.000 palästinensische Flüchtlinge in dem Land, das in etwa so groß ist wie Oberösterreich. NGOs vor Ort bemühen sich, den notleidenden Menschen, Hilfe zu leisten.

Unsere Hilfe vor Ort

Mitte Oktober 2021 machten wir uns mit einem 9-köpfigen Hilfsteam auf den Weg in den Libanon, um geflüchteten Waisenkindern vor Ort zu helfen. Unser Team war eine bunte Mischung aus KünstlerInnen, Clowns, MusikerInnen und freiwilligen Helfern. Sie alle hatten das gemeinsame Ziel, den Kindern Lebensfreude durch ihre artistischen Shows und Zuversicht durch die Verteilung gespendeter Hilfsgüter zu schenken.

Begegnung durch gemeinsames Lachen

Die Karawane der Clowns wurde dieses Mal von den „Clowns ohne Grenzen e.V.“ aus Deutschland unterstützt. Das Hilfsteam besuchte Flüchtlingscamps, wo oft hunderte Kinder auf sich allein gestellt leben müssen. Diese Kinder haben vermutlich selten bis nie zuvor Erwachsene erleben dürfen, die einfach mal nur zwei, drei Stunden Spaß mit ihnen gemacht haben. Die Erwachsenen in den Camps haben andere Aufgaben zu bewältigen…

Mindestens genauso wertvoll wie die Clownerie und Seifenblasenkunst, war für die Kinder die Zeit nach den Shows. Clownin Anita erzählte, wie die Kinder dahinschmolzen, wenn sie ihnen mit Pinsel oder noch besser mit dem Finger kleine Schminkereien ins Gesicht malte. Wie wichtig kleinste, zärtliche Berührungen für uns Menschen sind, zeigte sich auch in einem Camp in den Bergen Libanons: Nach der Show fingen einige Kinder an, die Clowns zu umarmen, was öfter vorkam. An diesem Nachmittag jedoch entwickelte sich daraus eine regelrechte „Umarmungsorgie“. Die Kinder standen in Reihen an, um von Anita, Heiko, Stefan, Sonja, Elke, Markus, Pascal, Aramis und Bruno umarmt und gehalten zu werden. Viele hatten dabei fest die Augen geschlossen, ein seliges Lächeln auf den Lippen und hätten am liebsten nie mehr los gelassen.

Hilfe für die Vergessenen in den Flüchtlingscamps

Eine noch tiefere Bedeutung bekam diese Sehnsucht nach Nähe und Geborgenheit durch die Erzählungen der Mütter: Sie sind zu Fuß aus ihren nur 20 km entfernten syrischen Heimatdörfern geflüchtet. Dabei wurden sie bis an die syrisch-libanesische Grenze von Bombern verfolgt. Einige von ihnen schafften es leider nicht, im sicheren Libanon anzukommen… Seit Beginn der Wirtschaftskrise im Libanon nimmt die Not in den Camps von Tag zu Tag zu. Die Menschen, die sich bisher für die Geflüchteten stark gemacht haben, kämpfen nun selbst um ihre Existenz im Libanon. Die libanesische Mittelschicht sei mit eigenen wirtschaftlichen Sorgen und Auswanderungsgedanken beschäftigt. Was für die Geflüchteten in diesen Camps übrig bleibt, ist ein Gefühl des Vergessen-Werdens.

Ratlos und perspektivlos blicken die Mütter dem nächsten Winter entgegen. Schon jetzt sei absehbar, welche Kinder stark genug sind, die Kälte hier oben in den Bergen zu überstehen und welche zu schwach sind und Gefahr laufen zu erfrieren. Brennholz ist in dieser kargen Halbwüste kaum zu finden, für die kleinen Ölöfen in ihren Zelten seien sie daher auf das teure Heizöl angewiesen. Das Team der Karawane der Menschlichkeit hat vor Ort entschieden, € 6.000,- der Spendengelder zu verwenden, um zumindest einigen Familien Brennmaterial für den Winter zu finanzieren. Pro Person kostet es nur € 5,- um im kältesten Monat heizen zu können. Mit unserer Spende können wir also 1.200 Menschen (darunter 1.000 Kinder) helfen, ein Monat lang nicht frieren zu müssen.

Ein Tropfen auf den heißen Stein

Das Hilfsteam hat knapp 13 Tonnen Hilfsgüter wie Schuhe, Kleidung, Medizin und Schulmaterial an die Menschen in den Camps verteilt. Jede/r Einzelne des Teams vor Ort hat seinen kompletten Flug, Aufenthalt und Verpflegung selbst finanziert und so konnten die € 17.000,- Spendengelder zu 100% für die Geflüchteten im Libanon eingesetzt werden.

Bruno Maul, Profi-Fotograf und einer der Helfer vor Ort, über seinen Einsatz im Libanon: „Erst jetzt beim Sichten der Bilder zu Hause wurde mir die ganze Tragweite unseres Tuns bewusst. Mit unseren Spenden und unserer Hilfe retten wir tatsächlich Menschenleben vor dem Erfrieren. Auch wenn alles nur ein Tropfen auf den heißen Stein ist, so können doch ein paar mehr dieser Gesichter, die ich hier gerade auf meinem Bildschirm betrachte, auch im nächsten Jahr noch lachen und strahlen.“

Wer den Menschen im Libanon Wärme schenken möchte, um den kommenden Winter zu überstehen, ist herzlich eingeladen mitzuhelfen. Gemeinsam setzen wir so ein Zeichen der Menschlichkeit!

Unser Spendenkonto:
Karawane der Menschlichkeit, Raiffeisenbank Güssing
IBAN: AT14 3302 7000 0002 3408, BIC: RLBBAT2E027

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„Auch wenn alles nur ein Tropfen auf den heißen Stein ist, durch unsere Spenden und unsere Hilfe vor Ort retten wir tatsächlich Menschenleben vor dem Erfrieren.“

BRUNO MAUL • TEAM VOR ORT

Fotos von unserem Hilfseinsatz im Libanon

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